Branchenverzeichnisse: Wo dein Betrieb gefunden wird
So trägst du deinen Betrieb in die richtigen Branchenverzeichnisse ein und sorgst dafür, dass Kunden dich auch abseits von Google finden.
Nicht jeder Kunde tippt zuerst bei Google. Manche suchen im Branchenbuch ihrer Region, in einem Portal für Handwerker oder auf der Seite ihrer Innung. Wenn dein Betrieb dort auftaucht, wirst du gefunden, ohne dass du dafür Geld für Werbung ausgeben musst. Und noch ein netter Nebeneffekt: Wenn deine Adresse und Telefonnummer überall gleich stehen, hilft das auch deiner Sichtbarkeit bei Google. Hier bekommst du einen Überblick, welche Verzeichnisse sich lohnen und wie du sie ohne Technikstudium in Ordnung bringst.
Warum sich der Eintrag überhaupt lohnt
Stell dir eine Frau vor, die neu in die Stadt gezogen ist und einen Elektriker sucht. Sie kennt niemanden, fragt also nicht in der Nachbarschaft, sondern schaut in ein bekanntes Online-Branchenbuch. Wenn dein Elektrobetrieb dort mit Adresse, Öffnungszeiten und Telefonnummer steht, ruft sie vielleicht bei dir an. Steht dort nichts, landet der Auftrag beim Kollegen.
Dazu kommt: Viele dieser Verzeichnisse werden von Google und anderen Suchmaschinen ausgelesen. Wenn dein Name, deine Adresse und deine Telefonnummer überall identisch geschrieben sind, wirkt das verlässlich. Widersprüche – mal "Str.", mal "Straße", mal eine alte Handynummer – stiften dagegen Verwirrung, bei Menschen wie bei Maschinen.
Welche Verzeichnisse zu dir passen
Du musst nicht in Hunderte Portale eintragen. Konzentrier dich auf die, wo deine Kunden wirklich suchen. Grob lassen sich drei Gruppen unterscheiden:
- Allgemeine Branchenbücher: die großen, bekannten Verzeichnisse, in denen quer durch alle Branchen gesucht wird. Ein Grundeintrag ist dort meist ohne Kosten möglich.
- Branchenspezifische Portale: Für einen Handwerksbetrieb gibt es Handwerkerportale, für ein Restaurant Gastro- und Tischreservierungsseiten, für eine Physiotherapie Gesundheitsverzeichnisse. Hier suchen Kunden gezielt nach genau deiner Leistung.
- Regionale und Verbands-Seiten: die Website deiner Innung, der Handwerkskammer, des Gewerbevereins oder des örtlichen Stadtportals. Ein Kegelverein wiederum ist beim Landessportbund oder im Vereinsverzeichnis der Gemeinde gut aufgehoben.
Eine einfache Faustregel: Frag dich, wo du selbst suchen würdest, wenn du einen Betrieb wie deinen brauchtest. Genau dort solltest du stehen.
So gehst du Schritt für Schritt vor
Bevor du irgendwo klickst, leg dir deine Daten sauber zurecht. Das erspart dir später viel Ärger.
- Schreib in ein Dokument deine offiziellen Angaben: Betriebsname genau so, wie er stehen soll, Straße, Postleitzahl, Ort, Telefonnummer, E-Mail und Website-Adresse. Diese Version nutzt du überall gleich.
- Leg einen kurzen Beschreibungstext an, zwei bis drei Sätze, was du machst und für wen. Beispiel für eine Bäckerei: "Familienbäckerei im Ortskern, täglich frisches Brot, Brötchen und Kuchen aus eigener Herstellung. Auch Bestellungen für Feiern."
- Such gezielt nach zwei, drei passenden Verzeichnissen und leg dort einen Eintrag an. Fang klein an, statt dich zu verzetteln.
- Bei vielen Portalen musst du bestätigen, dass der Eintrag wirklich dir gehört – oft per Anruf oder E-Mail. Halt dein Telefon bereit.
- Notier dir, wo du dich überall eingetragen hast, samt Zugangsdaten. So findest du später zurück, wenn sich etwas ändert.
Ganz wichtig: Manche Verzeichnisse legen Einträge automatisch an, ohne dass du etwas getan hast – aus alten Datenbanken. Es kann also sein, dass dein Betrieb schon irgendwo steht, womöglich mit falschen Angaben. Such deinen Namen einmal in Ruhe im Internet und schau, was auftaucht.
Vorsicht bei Kosten und Anrufen
Ein ehrlicher Hinweis: In diesem Bereich sind unseriöse Anbieter unterwegs. Typisch ist der Anruf, bei dem dir jemand einen angeblich schon bestehenden Eintrag "bestätigen" lassen will – und du unterschreibst damit einen teuren Vertrag. Oder das Fax mit einem Formular, das wie eine Rechnung aussieht.
Unterschreib nie am Telefon und bestätige nichts, was du nicht selbst angestoßen hast. Bitte dir alles schriftlich aus und lass es in Ruhe prüfen.
Ein kostenloser Grundeintrag reicht in den meisten Verzeichnissen völlig aus, um gefunden zu werden. Bezahlte Hervorhebungen können sinnvoll sein, müssen es aber nicht. Entscheide das nüchtern und lass dich nicht drängen.
Dranbleiben, aber ohne Aufwand
Ein Eintrag ist keine Sache fürs Leben. Wenn du umziehst, deine Öffnungszeiten änderst oder eine neue Telefonnummer hast, musst du das überall nachziehen. Genau dafür ist deine Liste aus Schritt fünf Gold wert. Nimm dir zweimal im Jahr eine halbe Stunde, geh die Einträge durch und korrigier, was nicht mehr stimmt.
Ein guter Startpunkt bleibt dabei dein Google-Unternehmensprofil, weil viele Menschen zuerst dort landen. Die Branchenverzeichnisse sind die sinnvolle Ergänzung, damit du auch die Kunden erreichst, die eben nicht bei Google suchen.
Wenn du deine Grunddaten sowieso auf einer eigenen kleinen Website sauber stehen hast, fällt dir das Eintragen leichter – du kopierst einfach immer denselben Text. Genau dafür ist Foliovo gedacht, falls du noch keine einfache Seite hast, auf die du überall verweisen kannst.