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Recht & Pflichten

Barrierefreiheit: kleine Schritte, große Wirkung

Wie du deine Website mit einfachen Handgriffen für mehr Menschen nutzbar machst – ohne Technikstudium und ohne teure Umbauten.

21. Juli 20264 Min. Lesezeit

Wenn deine Website für mehr Menschen gut lesbar und bedienbar ist, verlierst du weniger Besucher:innen unterwegs – und du wirkst professioneller. Davon profitieren nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch ältere Kund:innen, Leute mit kleinem Handy-Display oder jemand, der bei greller Sonne draußen deine Öffnungszeiten sucht. Barrierefreiheit klingt nach großem Projekt, ist aber in vielen Fällen eine Sammlung kleiner, machbarer Verbesserungen. Hier sind die, die am meisten bringen.

Warum sich das für dich lohnt

Stell dir deine Bäckerei-Website vor: Jemand mit schwächeren Augen will wissen, ob ihr sonntags geöffnet habt. Steht die Info in hellgrauer Schrift auf weißem Hintergrund, gibt die Person schneller auf, als dir lieb ist. Oder ein Elektrobetrieb, dessen "Angebot anfordern"-Button so klein ist, dass man ihn am Smartphone kaum trifft – ein potenzieller Auftrag, der einfach abspringt.

Barrierefreiheit heißt im Kern: Hindernisse wegräumen, die Leute vom Ziel abhalten. Das Ziel ist meistens ganz banal – anrufen, den Weg finden, ein Formular ausfüllen. Je einfacher das geht, desto mehr Menschen erreichst du.

Die Schritte mit dem größten Effekt

Du musst nicht alles auf einmal angehen. Fang mit dem an, was viele Menschen betrifft und wenig Aufwand macht.

  • Kontraste prüfen. Schrift muss sich deutlich vom Hintergrund abheben. Hellgrau auf Weiß oder helles Gelb auf Beige ist für viele kaum lesbar. Faustregel: Wenn du selbst kurz die Augen zusammenkneifen musst, ist es zu schwach. Dunkle Schrift auf hellem Grund funktioniert fast immer.
  • Schrift nicht zu klein. Text sollte auch am Handy ohne Zoomen lesbar sein. Lieber eine Nummer größer als eine zu klein.
  • Klare, große Klickflächen. Buttons und Links sollten mit dem Daumen leicht zu treffen sein. Setz sie nicht zu dicht nebeneinander.
  • Verständliche Sprache. Kurze Sätze, keine Fachwörter ohne Erklärung. Das hilft allen – auch Menschen, die Deutsch gerade lernen.

Bilder, Videos und Formulare

Menschen, die schlecht sehen, nutzen oft einen Vorleser (Screenreader), der ihnen die Seite vorliest. Damit das klappt, brauchst du ein paar Handgriffe:

  1. Alternativtexte für Bilder. Das ist eine kurze Beschreibung, die der Vorleser statt des Bildes vorliest. Beim Foto deiner Kuchentheke reicht "Auslage mit verschiedenen Torten und Gebäck". In den meisten Baukästen gibt es dafür ein Feld beim Hochladen des Bildes. Dekorative Bilder ohne Info kannst du leer lassen.
  2. Sinnvolle Beschriftungen bei Formularen. Jedes Feld sollte klar benannt sein – "Deine E-Mail-Adresse" statt nur einem grauen Platzhalter, der beim Tippen verschwindet. So weiß man auch später noch, was reingehört.
  3. Videos mit Untertiteln. Wenn du ein kurzes Vorstellungsvideo hast, lohnen sich Untertitel – für Gehörlose, aber auch für alle, die ohne Ton in der Bahn schauen.
Ein guter Test: Lies dir deine wichtigste Seite selbst laut vor und stell dir vor, du siehst dabei nichts. Ergibt alles auch dann noch Sinn?

Bedienung ohne Maus und ohne Stress

Manche Menschen bedienen eine Seite nur mit der Tastatur, weil sie keine Maus nutzen können. Probier es selbst: Klick auf deiner Startseite und drück wiederholt die Tabulator-Taste. Springt die Markierung nachvollziehbar von Link zu Link, von Feld zu Feld? Oder verheddert sie sich irgendwo? Wenn du überall hinkommst und siehst, wo du gerade bist, ist das ein gutes Zeichen.

Zwei Dinge, die oft nerven und leicht zu vermeiden sind:

  • Keine automatischen Pop-ups, die sich kaum schließen lassen. Das kleine X sollte deutlich sichtbar und groß genug sein.
  • Nichts, was blinkt oder sich schnell bewegt. Das kann Menschen mit Migräne oder Epilepsie ernsthaft stören – und wirkt selten seriös.

So gehst du es praktisch an

Du musst keine Expertin werden. Nimm dir eine Stunde und geh deine Website mit anderen Augen durch:

  1. Schau deine Startseite am Handy an – bei Sonnenlicht, wenn möglich. Lesbar?
  2. Prüf die drei wichtigsten Seiten (Start, Kontakt, Angebot) auf Kontrast und Schriftgröße.
  3. Ergänz Alternativtexte bei den Bildern, die etwas Wichtiges zeigen.
  4. Test die Tastatur-Bedienung mit der Tabulator-Taste.
  5. Bitte jemanden aus der Familie, der nicht technikaffin ist, deine Öffnungszeiten und Telefonnummer zu finden. Wo hakt es?

Was du dabei findest, notierst du dir. Vieles kannst du in den meisten Website-Baukästen selbst ändern. Für die rechtliche Seite – etwa welche Anforderungen für dein Unternehmen konkret gelten – sprich lieber mit jemandem, der sich damit auskennt, denn die Regeln unterscheiden sich je nach Art und Größe des Betriebs.

Barrierefreiheit ist kein einmaliges Häkchen, sondern eine Gewohnheit: Beim nächsten neuen Foto gleich einen Alternativtext dazuschreiben, beim nächsten Text auf klare Sprache achten. Kleine Schritte, die sich summieren – und deine Website für alle besser machen.

Übrigens: Wer seine Seite mit Foliovo baut, findet die Felder für Alternativtexte und gute Kontraste direkt im Editor – ohne dass du dafür an Code ranmusst.

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