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Kunden gewinnen

Google-Bewertungen sammeln, ohne zu nerven

Die meisten Kunden bewerten gern – sie werden nur nie gefragt. So bittest du um Google-Bewertungen, ohne dich dabei unwohl zu fühlen.

15. Juli 20264 Min. Lesezeit
Ein Friseur schneidet einem Kunden im Salon die Haare
Foto: RDNE Stock project / Pexels

Der Grund, warum du wenige Bewertungen hast, ist fast nie, dass deine Kunden unzufrieden sind. Der Grund ist, dass du nicht fragst. Google-Bewertungen sammeln, ohne zu nerven, funktioniert genau dann, wenn du einmal fragst, es leicht machst und danach loslässt.

Das Nervige an der Bitte um eine Bewertung ist selten die Bitte selbst. Nervig sind die dritte Erinnerungsmail, der QR-Code auf jedem Tisch, das "Bitte 5 Sterne, das hilft uns sehr". Einmal freundlich gefragt ist keine Belästigung. Das ist ganz normale Kommunikation zwischen Menschen, die gerade miteinander zu tun hatten.

Frag im richtigen Moment – nicht am nächsten Dienstag

Der beste Zeitpunkt ist der Moment, in dem der Kunde zufrieden ist und es auch sagt. Der Elektriker, der gerade die neue Verteilung erklärt hat und ein "super, danke, sieht klasse aus" hört. Die Physiotherapeutin nach der letzten Behandlungseinheit. Der Caterer, wenn der Kunde nach der Feier anruft und sich bedankt.

Genau da gehört die Frage hin. Nicht vier Tage später per Mail, wenn das Gefühl schon verblasst ist.

Wenn du in dem Moment nicht fragen kannst, weil du auf der Leiter stehst oder das Lokal voll ist, dann frag so schnell wie möglich danach. Am gleichen Abend ist gut. Nächste Woche ist meistens zu spät.

Sag einen Satz, keinen Vortrag

Die meisten Leute, die sich beim Fragen unwohl fühlen, reden zu viel. Sie erklären, warum Bewertungen für kleine Betriebe so wichtig sind, entschuldigen sich vorher und danach. Genau das macht die Situation peinlich.

Ein Satz reicht:

"Wenn Sie zwei Minuten haben – eine kurze Google-Bewertung würde mir sehr helfen. Ich schick Ihnen den Link."

Oder noch schlichter: "Freut mich, dass es passt. Darf ich Ihnen den Link zu unserem Google-Profil schicken?"

Dann Pause. Nicht nachschieben, nicht rechtfertigen. Wenn jemand "ja klar" sagt, schickst du den Link. Wenn jemand ausweicht, sagst du "kein Problem" und das Thema ist erledigt – wirklich erledigt.

Mach den Weg so kurz wie möglich

Hier scheitern die meisten Betriebe. Der Kunde will bewerten, sitzt abends auf dem Sofa, sucht dich bei Google, findet drei ähnliche Einträge, gibt auf. Nicht aus Bosheit, sondern weil es zu umständlich war.

Google stellt in deinem Business-Profil eine Funktion bereit, mit der du einen direkten Link zum Bewertungsformular bekommst. Wo genau der in der Oberfläche liegt, ändert sich immer wieder; such in deinem Profil nach der Option zum Teilen oder Bewerben deines Eintrags. Hol dir diesen Link einmal, speichere ihn dir und dann:

  • Leg ihn als Textbaustein aufs Handy, damit du ihn per WhatsApp oder SMS verschicken kannst, ohne vorher danach zu suchen.
  • Setz ihn in die Signatur deiner Rechnungs-Mails.
  • Wenn du nach dem Termin eine Bestätigung verschickst: ein Satz mit Link darunter.

Ein Zettel mit einem QR-Code an der Theke funktioniert auch – aber nur einer, und nur dort, wo die Leute sowieso warten. Nicht auf jedem Tisch.

Was du besser lässt

Nicht filtern. Also nicht erst fragen "wie zufrieden waren Sie?" und dann nur die Zufriedenen zu Google schicken. Das ist gegen Googles Regeln, und damit riskierst du dein ganzes Profil.

Nichts verschenken. Kein Rabatt, kein Gratis-Kaffee, keine Verlosung für Bewertungen. Auch das verstößt gegen die Richtlinien, und ehrlich gesagt merkt man gekauften Bewertungen an, dass sie gekauft sind.

Keine Bewertungen erfinden lassen. Fünf Bewertungen von Freunden, die nie bei dir waren, klingen alle gleich und schaden mehr, als sie helfen.

Und: nicht dreimal erinnern. Einmal fragen, einmal Link schicken. Fertig.

Antworte auf jede Bewertung – besonders auf die schlechten

Antworten kostet dich kaum Zeit und wird von den nächsten Interessenten gelesen. Bei guten Bewertungen reicht ein kurzer, persönlicher Satz, der zeigt, dass du dich erinnerst.

Bei einer schlechten Bewertung ist der Reflex, sich zu verteidigen. Tu es nicht. Wer eine schlechte Bewertung liest, entscheidet nicht anhand der Beschwerde, sondern anhand deiner Antwort. Ruhig, sachlich, konkret: was schiefgelaufen ist, was du anbietest, und ein Weg, dich direkt zu erreichen. Eine gelassene Antwort auf einen Ein-Sterne-Verriss überzeugt oft mehr als die vier Lobeshymnen darüber.

Diese Woche

Hol dir deinen Bewertungslink aus dem Google-Profil und leg ihn als Textbaustein aufs Handy. Dann geh die letzten fünf zufriedenen Kunden durch und schreib ihnen einen Satz. Nicht zwanzig – fünf. Bewertungen wachsen langsam und stetig, und ein Betrieb, der jeden Monat zwei neue bekommt, wirkt lebendiger als einer, der vor zwei Jahren zwölf auf einmal gesammelt hat.

Wenn du dabei merkst, dass dein Google-Profil noch gar nicht richtig gepflegt ist, fang lieber dort an: wie du bei Google in deiner eigenen Stadt gefunden wirst. Und wenn Leute nach der Bewertung auf deiner Website landen, sollten sie dort sofort sehen, wann du erreichbar bist und wie sie dich kontaktieren – daran scheitert es erstaunlich oft.

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