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Alte Website noch bei Google, neue schon online?

Eine Minute im privaten Fenster entscheidet, ob du nur warten musst oder deinen alten Hoster suchen gehst – und Google ist selten die Lösung.

15. Juli 20265 Min. Lesezeit
Verwitterte Fassade eines alten Studios mit abblätternder Farbe und rostigen Schildern
Foto: Austin Garcia / Pexels

Deine neue Seite ist online, sie sieht gut aus – und die Leute landen trotzdem auf der alten. Sie wählen eine Nummer, die es nicht mehr gibt. Sie lesen Öffnungszeiten von vor drei Jahren. Oder sie fragen nach dem Namen deines Vorgängers. Alte Website noch bei Google, neue schon online: Das kostet dich Kunden, und zwar diese Woche. Wer eine tote Nummer wählt, ruft danach beim Nächsten an.

Bevor du bei Google irgendetwas anklickst: Dahinter stecken zwei völlig verschiedene Ursachen, und sie brauchen zwei völlig verschiedene Lösungen. Wer zuerst bei Google ansetzt, verliert meistens nur Zeit.

Alte Website noch bei Google, neue schon online – zuerst prüfen, welcher Fall es ist

Öffne ein privates Fenster und tipp die alte Adresse direkt ein, statt sie bei Google anzuklicken. Das private Fenster ist wichtig, damit dein eigener Browser dir keine gespeicherte Version von früher zeigt.

  • Die alte Seite lädt ganz normal. Sie ist noch live. Irgendwer zahlt gerade dafür, dass deine veralteten Infos im Netz stehen.
  • Es kommt eine Fehlermeldung oder gar nichts. Sie ist weg, und Google hinkt nur hinterher.

Von dieser einen Minute hängt alles Weitere ab. Solange die alte Seite läuft und dort nichts Falsches steht, ist sie für Google ein völlig normales Suchergebnis. Googles öffentliches Formular für veraltete Inhalte greift erst, wenn die Inhalte tatsächlich schon geändert oder gelöscht sind. Und wenn die alte Seite dir gar nicht gehört, hast du bei Google praktisch keinen Hebel. Der Hebel liegt bei der alten Seite selbst.

Fall 1: Die alte Seite läuft noch

Dann konkurrieren zwei Kopien deines Betriebs miteinander. Google muss sich für eine entscheiden – und entscheidet sich oft für die alte: Die gibt es länger, auf die zeigen mehr Links, die ist etabliert. Deine neue Seite kämpft also gegen deine eigene alte Seite.

Also: Wo liegt das Ding überhaupt? Drei Spuren, in dieser Reihenfolge:

  1. Die Domain. Auf wen läuft sie? Das ist oft die unangenehme Frage – manchmal steht da nicht dein Name, sondern der einer Agentur. Wie du das herausfindest, steht in wem deine Domain wirklich gehört.
  2. Alte Rechnungen. Durchsuch dein Postfach nach „Hosting", „Webspace", „Vertrag", „Rechnung". Und schau auf die Kontoauszüge: eine kleine Abbuchung einmal im Jahr ist oft die einzige Spur, die noch da ist.
  3. Der Mensch von damals. Der Neffe, der Praktikant, die Agentur. Auch wenn der Kontakt eingeschlafen ist – eine freundliche Mail kostet nichts.

Weiterleiten statt löschen

Wenn du (oder jemand für dich) Zugriff hast, ist der richtige Schritt eine dauerhafte Weiterleitung. Wer die alte Adresse aufruft, landet automatisch auf der passenden neuen Seite. Und Google versteht: umgezogen, dauerhaft, ab jetzt bitte die neue merken.

Du musst dafür nichts programmieren. Schick deinem Hoster oder deinem Webmenschen genau diesen Satz:

Bitte richtet eine dauerhafte 301-Weiterleitung von alte-adresse.de auf neue-adresse.de ein – und zwar für jede Unterseite einzeln auf die inhaltlich passende neue Seite, nicht pauschal alles auf die Startseite.

Der zweite Halbsatz ist der wichtige. Geht alles stumpf auf die Startseite, verliert deine alte Seite „Leistungen" ihren über Jahre aufgebauten Wert, statt ihn an deine neue Seite „Leistungen" weiterzugeben. Warum das zählt, steht in den SEO-Grundlagen für kleine Betriebe. Und ein Kunde, der etwas Bestimmtes gesucht hat, landet ratlos auf deiner Startseite und sucht weiter – woanders.

Einfach abschalten ist die schlechtere Variante: Dann sind die alten Adressen tot, und alles, was die alte Seite über Jahre aufgebaut hat, verpufft.

Fall 2: Die alte Seite ist weg, Google zeigt sie trotzdem

Dann ist die ehrliche Antwort: Das braucht Zeit. Google schaut nicht täglich bei jeder Seite vorbei. Bis der Index nachzieht, vergehen je nach Seite Tage bis Wochen. Das ist normal.

Beschleunigen lässt es sich trotzdem. Für den Fall, dass eine Seite schon geändert oder gelöscht wurde, das Suchergebnis aber noch alt aussieht, hat Google ein öffentliches Formular für veraltete Inhalte. Dafür brauchst du keinen Zugang zur alten Seite – aber die Änderung muss wirklich schon live sein.

Hast du die alte Seite selbst in der Google Search Console als Eigentümer bestätigt, kannst du dort Ergebnisse auch vorübergehend ausblenden lassen, sogar bei einer Seite, die noch läuft. Google beschreibt das ausdrücklich als Überbrückung: rund sechs Monate, danach ist die Seite wieder da. Das verschafft dir Zeit, mehr nicht. Gelöst wird es oben unter Fall 1.

Der Punkt, der oft untergeht: dein Google-Eintrag

Deine neue Seite kann perfekt sein – wenn in deinem Google-Unternehmensprofil noch die alte Adresse verlinkt ist, schickt Google die Leute genau dorthin. Dieses eine Feld wird beim Website-Wechsel oft vergessen. Prüf den Website-Link und gleich auch Telefonnummer und Öffnungszeiten.

Ändern darfst du das nur, wenn dein Profil bestätigt ist und du als Inhaber oder Verwalter eingetragen bist. Falls das Profil noch bei jemand anderem liegt, ist das dein nächstes Telefonat. Mehr dazu in bei Google in der eigenen Stadt gefunden werden und Öffnungszeiten und Kontakt, die Kunden bringen.

Was du diese Woche machst

  1. Alte Adresse im privaten Fenster aufrufen. Lädt sie? Fall 1. Fehlermeldung? Fall 2.
  2. Bei Fall 1: Postfach und Kontoauszüge nach Hosting-Rechnungen durchsuchen, Hoster anschreiben, Satz von oben verschicken.
  3. Google-Unternehmensprofil öffnen, Website-Link und Nummer korrigieren.
  4. Nach deinem Firmennamen googeln und ehrlich anschauen, was auf Seite 1 wirklich steht.

Dafür brauchst du weder eine Agentur noch uns. Das ist eine Mail an deinen Hoster und zehn Minuten in deinem Google-Eintrag. Wir bauen Websites, haben hier also ein Eigeninteresse – das sagen wir lieber offen. Unabhängig davon: Die Weiterleitung von alt auf neu gehört zu jedem Umzug dazu, egal wer gebaut hat. Frag deinen Anbieter, ob er sie eingerichtet hat, und lass sie dir vorführen.

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