Öffnungszeiten und Kontakt, die Kunden bringen
Falsche Öffnungszeiten und eine versteckte Telefonnummer kosten dich Kunden, ohne dass du es je erfährst. So machst du beides heute Abend richtig.

Wenn jemand deine Website oder dein Google-Profil aufruft, sucht er meistens genau zwei Dinge: Habt ihr jetzt offen, und wie erreiche ich euch? Das sind keine Nebensächlichkeiten für ganz unten auf der Seite. Das ist der Grund, warum die Leute überhaupt da sind.
Und genau da verlieren viele kleine Betriebe Kunden. Nicht, weil die Seite hässlich ist. Sondern weil die Zeiten seit zwei Jahren nicht stimmen oder die Telefonnummer nur als Bild im Footer steht.
Die Nummer gehört nach oben, nicht in den Footer
Stell dir den Elektriker vor, bei dem der Sicherungskasten qualmt. Der Kunde googelt, landet auf deiner Seite und will anrufen. Jetzt. Wenn er dafür bis ganz unten scrollen muss, ruft er den nächsten an.
Deine Telefonnummer gehört sichtbar in den oberen Bereich der Startseite. Nicht versteckt hinter „Kontakt“ im Menü. Und sie muss echter Text sein, kein Bild — sonst kann sie niemand kopieren und keine Suchmaschine lesen.
Wichtiger noch: Mach sie am Handy antippbar. Das geht mit einem Link in dieser Form: tel:+492214710123. Schreib die Nummer international, also mit +49 und ohne die führende Null der Vorwahl. Wenn deine Seite von jemandem gebaut wurde, schick ihm diesen Satz — er weiß, was zu tun ist. Dasselbe gilt für die E-Mail-Adresse mit mailto:.
Teste es selbst: Nimm dein Handy, geh auf deine Seite, tippe auf die Nummer. Passiert nichts? Dann weißt du, was du heute Abend machst. Wie viel am Handy sonst noch hängt, steht in dem Beitrag darüber, worauf es bei deiner Website am Handy ankommt.
Öffnungszeiten: lieber ehrlich als schön
Schreib deine Zeiten so hin, wie sie wirklich sind. Ein Café, das sonntags erst um 10 aufmacht, sollte das auch so schreiben — und nicht „täglich ab 8“, weil das runder klingt.
Ein paar Dinge, an die kaum jemand denkt:
- Mittagspause aufschreiben. „Mo–Fr 8–18 Uhr“ ist gelogen, wenn ihr von 12 bis 14 zu habt. Dann steht jemand vor der Tür und ist sauer.
- Feiertage und Betriebsferien. Zwei Wochen im Sommer geschlossen? Das muss rauf, bevor die Ferien anfangen — nicht am ersten Urlaubstag.
- Öffnungszeiten sind nicht dasselbe wie Erreichbarkeit. Viele Handwerker haben gar keine Öffnungszeiten, sondern Telefonzeiten. Dann schreib genau das: „Telefonisch erreichbar Mo–Fr 7–9 Uhr und ab 17 Uhr.“ Das ist ehrlicher und hilft dem Kunden mehr als erfundene Öffnungszeiten, die es gar nicht gibt.
Und schreib die Zeiten als normalen Text auf die Seite. Kein Bild, kein PDF, keine Grafik. Der Kunde muss es lesen können, ohne zu zoomen.
Google zeigt deine Zeiten, bevor jemand deine Seite sieht
Das ist der Punkt, den viele unterschätzen: Viele Leute sehen deine Öffnungszeiten nie auf deiner Website. Sie sehen sie bei Google, direkt in den Suchergebnissen, aus deinem Google-Unternehmensprofil.
Wenn die Zeiten dort falsch sind, hilft dir die schönste Website nichts. Pflege dein Google-Profil deshalb genauso ernsthaft wie deine Seite — und achte darauf, dass beides dasselbe sagt. Widersprüche sind schlimmer als eine unvollständige Angabe.
Dasselbe gilt für alte Einträge, die du längst vergessen hast: Branchenverzeichnisse, Facebook-Seite, das Portal, bei dem du dich mal registriert hast. Google dich selbst und schau, was auftaucht. Mehr dazu, wie du in deiner Stadt überhaupt gefunden wirst, steht im Beitrag über lokale Sichtbarkeit bei Google.
Ein Kontaktformular ersetzt keine Adresse
Ein Formular ist okay als Zusatz. Als einziger Weg ist es schlecht. Manche Leute schreiben lieber direkt eine E-Mail, manche rufen an, manche wollen einfach sehen, wo du sitzt, um einzuschätzen, ob du in der Nähe bist.
Gib deshalb immer an:
- Telefonnummer
- E-Mail-Adresse als Text (nicht nur ein Formular)
- Die vollständige Adresse mit Ort — auch wenn du keinen Laden hast, sondern zum Kunden fährst. Dann eben: „Sitz in Hofgeismar, tätig im Umkreis von etwa 30 Kilometern.“
- Wie schnell du antwortest, wenn du das ehrlich sagen kannst: „Wir melden uns in der Regel am selben Werktag.“
Ein Wort zur Rechtslage: Für geschäftliche Websites gibt es in Deutschland Vorgaben dazu, welche Angaben über den Anbieter öffentlich einsehbar sein müssen. Und ein Kontaktformular verarbeitet personenbezogene Daten — worüber du deine Besucher informieren musst. Wie das grob aussieht, steht in unserem Beitrag zu Impressum und Datenschutz ohne Juristendeutsch. Zur ersten Orientierung geben IHK und Innungen Merkblätter heraus. Ob deine Seite am Ende wirklich passt, sagt dir aber nur jemand, der sie sich ansieht und dafür geradesteht — dafür gibt es Anwälte.
Was du diese Woche machen kannst
Nimm dir eine halbe Stunde und geh das durch:
- Handy raus, eigene Seite aufrufen. Nummer antippbar? Adresse sichtbar ohne Scrollen bis unten?
- Öffnungszeiten auf der Website mit denen im Google-Profil vergleichen. Stimmen sie überein?
- Mittagspause, Feiertage und Urlaub eintragen — jetzt, nicht später.
- Eine Testmail an deine eigene Kontaktadresse schicken. Kommt sie an? Landet sie im Spam? Liest die überhaupt noch jemand?
Der letzte Punkt klingt albern, geht aber erstaunlich oft schief. Eine Kontaktadresse, in die seit Monaten niemand schaut, ist schlimmer als gar keine.
Wenn du beim Durchgehen merkst, dass deine Seite Kontakt und Zeiten gar nicht ordentlich zeigt: Bei Foliovo bekommst du eine schlichte Seite, auf der das von Haus aus richtig sitzt. Nötig ist das aber nicht — die meisten dieser Punkte kannst du heute Abend selbst erledigen, und dein Google-Profil kostet dich sowieso nichts.


