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Texte & Fotos

Website-Texte, die deine Kunden überzeugen

Die meisten Website-Texte reden über die Firma statt über den Kunden — hier stehen die Sätze, die stattdessen zu echten Anfragen führen.

15. Juli 20265 Min. Lesezeit
Eine Frau schreibt in ein Notizbuch in einem Café
Foto: Mizuno K / Pexels

Der schnellste Weg zu besseren Website-Texten: Streich das Wort "wir" aus dem ersten Satz und schreib hin, was der Kunde bekommt. Gute Texte fangen nicht bei dir an, sondern bei dem Problem, mit dem jemand gerade zum Telefon greift.

Die meisten Firmen-Websites machen es umgekehrt. "Willkommen auf unserer Homepage. Seit 1998 stehen wir für Qualität und Zuverlässigkeit." Dabei hat es der Besucher eilig und will eigentlich nur zwei Dinge wissen: Kannst du mir helfen, und wie erreiche ich dich? Der Satz oben beantwortet nichts davon.

Schreib den ersten Satz so, wie du am Telefon reden würdest

Stell dir vor, jemand ruft an und fragt: "Was machen Sie eigentlich?" Du würdest nicht sagen: "Wir sind Ihr kompetenter Partner im Bereich haustechnischer Lösungen." Du würdest sagen: "Heizung, Bad, Sanitär. Hauptsächlich in Kassel und drumherum. Notdienst auch."

Genau das gehört oben auf die Seite. Was, für wen, wo. Drei Informationen, ein oder zwei Sätze, in normalen Worten.

Ein paar Beispiele, wie so ein erster Satz aussehen kann:

  • "Elektroinstallation für Altbauten in Hofgeismar und Umgebung. Zwei Monteure, feste Termine, keine Zeitfenster von acht bis achtzehn Uhr."
  • "Physiotherapie in Bad Wildungen. Termine meist innerhalb einer Woche, auch abends."
  • "Mittagstisch von 11:30 bis 14 Uhr, jeden Tag frisch, drei Gerichte. Zum Mitnehmen geht auch."

Merkst du, was diese Sätze gemeinsam haben? Sie enthalten Details, die nur du schreiben kannst. "Zwei Monteure" und "feste Termine" sind wertvoller als jedes Adjektiv, weil sie überprüfbar sind. "Zuverlässig" behauptet jeder. "Wir melden uns am selben Tag zurück" behauptet fast keiner — weil man es dann auch machen muss.

Ersetz Adjektive durch Fakten

Das ist die eine Regel, die fast jeden Text sofort besser macht. Geh deine Seite durch und markier jedes lobende Adjektiv: kompetent, hochwertig, individuell, professionell, maßgeschneidert, innovativ. Jedes davon ist eine Behauptung ohne Beleg, und der Leser überliest sie, weil auf jeder Konkurrenzseite dasselbe steht.

Dann frag bei jedem: Was meine ich damit eigentlich? Und schreib das hin.

  • Aus "individuelle Beratung" wird "Wir kommen vorbei und schauen uns das an, bevor wir ein Angebot machen."
  • Aus "hochwertige Zutaten" wird "Das Fleisch kommt von der Metzgerei Krause, 800 Meter von hier."
  • Aus "langjährige Erfahrung" wird "Seit 2009, überwiegend Altbausanierung."
  • Aus "flexible Termine" wird "Samstagvormittags haben wir offen."

Die zweite Hälfte jedes Beispiels ist länger und konkreter — und genau deshalb glaubt man sie. Wenn dir zu einem Adjektiv kein konkreter Satz einfällt, dann stimmt es entweder nicht, oder es ist nicht wichtig. Beides heißt: streichen.

Beantworte die Fragen, die dir sowieso gestellt werden

Du weißt schon ganz genau, was deine Kunden wissen wollen — du beantwortest es jeden Tag am Telefon. Setz dich einmal hin und schreib die fünf Fragen auf, die diese Woche kamen. Nicht die, die du für wichtig hältst. Die echten.

Bei einem Handwerker sind das meistens: Machen Sie auch kleine Aufträge? Wie lange dauert das? Kommen Sie bis zu mir raus? Was kostet die Anfahrt? Wann haben Sie Zeit?

Bei einem Restaurant: Habt ihr was Vegetarisches? Kann ich mit Karte zahlen? Geht ein Tisch für acht Leute? Ist der Hund erlaubt? Wo parke ich?

Diese Antworten gehören auf die Seite, in genau diesen Worten. Nicht in ein Kontaktformular verpackt, nicht als "Sprechen Sie uns gerne an" — als klare Antwort. Jede Frage, die du auf der Website beantwortest, ist ein Anruf weniger, den du abends noch machen musst. Und jede Frage, die du nicht beantwortest, ist ein Kunde, der stattdessen den nächsten anruft.

Öffnungszeiten und Erreichbarkeit sind dabei der Klassiker. Wenn du unsicher bist, wie du das sauber hinbekommst: dazu gibt es einen eigenen Beitrag über Öffnungszeiten und Kontaktangaben, die wirklich Kunden bringen.

Ein Text pro Seite, ein Ziel pro Seite

Am Ende jeder Seite muss klar sein, was der Leser jetzt tun soll. Anrufen. Schreiben. Vorbeikommen. Eins davon, nicht drei.

Und der Satz dazu darf ruhig direkt sein: "Ruf einfach an — meistens gehe ich zwischen 7 und 17 Uhr selbst ran." Das ist besser als jeder Button mit "Jetzt Kontakt aufnehmen", weil es sagt, was passiert.

Schreib kurz. Zwei bis drei Sätze pro Absatz, mehr nicht. Die meisten Leute lesen deine Seite am Handy, in der Bahn oder auf der Baustelle — und da ist ein Block aus zwölf Zeilen einfach eine Wand. Wie sich das am Bildschirm auswirkt, steht ausführlicher im Beitrag darüber, worauf es bei deiner Website am Handy ankommt.

Was du diese Woche machen kannst

Nimm dir 30 Minuten und nur deine Startseite. Lies den ersten Absatz laut vor. Würdest du das so am Telefon sagen? Wenn nein: schreib hin, was du am Telefon sagen würdest, und nimm das.

Dann streich drei Adjektive und ersetz sie durch einen Fakt. Dann schreib die drei häufigsten Kundenfragen mit Antwort darunter.

Das war's. Kein Texterkurs, keine Agentur. Falls deine Seite gerade so alt ist, dass sich Texte gar nicht mehr vernünftig ändern lassen, kannst du dir bei Foliovo eine schlichte Seite bauen, auf der Textänderungen leicht gehen. Nötig ist das aber nicht — die Sätze, um die es hier geht, schreibst du ohnehin selbst, und die sind der eigentliche Unterschied.

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