Deine Website am Handy: darauf kommt es an
Die meisten deiner Kunden sehen deine Seite auf einem kleinen Bildschirm — mit diesem Handy-Test findest du heute Abend heraus, was dort schiefgeht.

Die meisten Menschen, die deine Website besuchen, halten dabei ein Handy in der Hand. Sie stehen an der Bushaltestelle, sitzen abends auf dem Sofa oder suchen im Auto schnell deine Nummer. Deine Website am Handy ist deshalb nicht die Notlösung für unterwegs — sie ist die Hauptversion. Alles andere kommt obendrauf.
Das ändert, worauf es ankommt. Am großen Bildschirm hast du Platz für ein breites Bild, drei Spalten und ein Menü mit acht Punkten. Am Handy hast du einen Streifen, ungefähr so breit wie deine Hand, und einen Daumen, der scrollt. Was ganz oben steht, entscheidet.
Der Test, der zwei Minuten dauert
Nimm dein Handy. Nicht dein Tablet, nicht den Rechner im Büro. Ruf deine eigene Website auf und stell dir dabei eine einzige Frage: Sieht ein Fremder auf den ersten Blick, was du machst und wo du bist?
Meistens lautet die Antwort nein. Ganz oben steht ein riesiges Foto, darunter ein Slogan wie "Qualität aus Leidenschaft", und was du eigentlich anbietest, kommt erst nach zweimal Scrollen. Am Rechner fällt das nicht auf, weil dort alles gleichzeitig ins Bild passt. Am Handy sieht der Besucher nur das Foto und den Slogan — und ist wieder weg.
Oben gehören drei Dinge hin, in Textform, nicht als Bild: was du machst, wo du bist, und wie man dich erreicht. "Elektrotechnik Bauer — Elektroinstallation und Notdienst in Kassel und Umgebung." Das ist keine schöne Überschrift. Aber sie beantwortet die Frage, wegen der jemand gesucht hat. Mehr zu dem Thema steht in unserem Artikel über Website-Texte, die deine Kunden überzeugen.
Der Daumen ist kein Mauszeiger
Ein Mauszeiger trifft ein Pixel. Ein Daumen trifft eine Fläche von der Größe einer Fingerkuppe. Alles, was angetippt werden soll, muss dafür groß genug sein — und weit genug von anderen Elementen entfernt.
Die typischen Stolperfallen:
- Links, die im Fließtext untergehen. "Kontaktieren Sie uns gerne hier" — dieses eine Wort trifft niemand zuverlässig. Mach einen richtigen Button daraus.
- Telefonnummern, die nur Text sind. Wenn deine Nummer nicht klickbar ist, muss jemand sie sich merken, App wechseln, eintippen. Viele tun das nicht.
- Menüs mit zwölf Punkten. Am Handy wird daraus eine Liste, durch die niemand scrollt. Fünf reichen fast immer.
- Zwei Buttons direkt nebeneinander. "Anrufen" und "Route" — wenn sie sich berühren, drückt der Daumen den falschen.
Deine Telefonnummer, deine Adresse und deine Öffnungszeiten sollten am Handy ohne Umweg erreichbar sein. Nicht auf einer Unterseite "Kontakt", auf die man erst über das Menü kommt. Am besten direkt oben und noch mal ganz unten. Wie du das sauber aufbaust, steht in unserem Artikel über Öffnungszeiten und Kontakt, die Kunden bringen.
Warum deine Website am Handy langsam ist
Fast immer sind es die Bilder. Ein Foto aus der Handykamera ist riesig — dafür gemacht, dass man es ausdrucken könnte. Wenn du es unbearbeitet hochlädst, lädt jeder Besucher diese ganze Datei herunter, um sie auf einem Bildschirm anzusehen, der einen Bruchteil davon anzeigt.
Im WLAN merkst du davon nichts. Deine Kunden sind aber oft im Mobilfunknetz, manchmal in einem Funkloch am Ortsrand. Da entscheidet sich, ob die Seite noch geladen wird oder ob der Daumen schon wieder auf dem Zurück-Button liegt.
Der praktische Schritt: Verkleinere deine Fotos, bevor du sie hochlädst. Und wirf raus, was keinen Zweck erfüllt — das Stockfoto vom Händedruck, der Slider mit fünf Bildern, das eingebettete Video, das niemand startet. Dazu passen unsere Artikel über schnelle Websites und über gute Fotos ohne Fotograf.
Formulare: je kürzer, desto besser
Tippen ist am Handy anstrengend. Jedes zusätzliche Feld kostet dich Anfragen. Frag nur ab, was du wirklich brauchst, um zurückzurufen: Name, eine Kontaktmöglichkeit, ein Satz zum Anliegen. Anrede, Firma, Postleitzahl, "Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?" — kannst du weglassen. Das fragst du am Telefon nebenbei.
Und ganz ehrlich: Viele Kunden im Handwerk und in der Gastronomie füllen gar kein Formular aus. Sie rufen an. Eine gut sichtbare, klickbare Telefonnummer bringt dir oft mehr als das beste Formular.
Was du diese Woche machen kannst
Nimm dein Handy und geh deine Seite einmal durch wie ein Kunde. Konkret:
- Schalte das WLAN aus. Ruf die Seite über Mobilfunk auf. Zähl mit, wie lange sie braucht.
- Lies nur das, was ohne Scrollen zu sehen ist. Steht dort, was du machst und wo?
- Tipp auf deine Telefonnummer. Öffnet sich der Anruf?
- Tipp auf deine Adresse. Öffnet sich die Karte?
- Füll dein eigenes Kontaktformular aus. Mit dem Daumen. Bis zum Ende.
Was daran hakt, notierst du. Meistens sind es zwei, drei Dinge — und die sind schnell behoben.
Falls du dabei merkst, dass deine Seite am Handy grundsätzlich nicht funktioniert und jeder Umbau am alten Aufbau scheitert: Bei Foliovo entstehen die Seiten von vornherein fürs Handy. Nötig ist das aber nicht. Eine klickbare Telefonnummer und ein ehrlicher Satz ganz oben kosten dich nichts und bringen dir mehr als der schönste Relaunch.


