SEO-Grundlagen, die für kleine Betriebe zählen
Kein Monatspaket, keine Agentur: Vier Dinge entscheiden, ob dein Betrieb bei Google gefunden wird – und die machst du heute Abend selbst.

Wenn du an einem Abend nur eine Sache für deine Sichtbarkeit tun kannst, dann diese: Schreib auf deine Startseite einen klaren Satz, der sagt, was du machst und wo. „Elektroinstallation und Kundendienst in Kassel und Umgebung." Das klingt zu simpel, um SEO zu sein. Es ist trotzdem die wichtigste Grundlage – und der Punkt, an dem die meisten kleinen Websites scheitern.
SEO wird verkauft wie eine Geheimwissenschaft: Werkzeuge, Reports, Monatspauschalen. Für einen Handwerksbetrieb mit zwei Transportern, für ein Café oder eine Physiopraxis ist es das nicht. Es sind vier Dinge, die einmal richtig sitzen müssen. Danach hältst du sie nur noch aktuell.
Welche SEO-Grundlagen für kleine Betriebe wirklich zählen
In der Reihenfolge, in der sie dir etwas bringen:
- Dein Google-Unternehmensprofil, vollständig und ehrlich ausgefüllt.
- Eine Startseite, die in den Worten deiner Kunden sagt, was du machst und wo.
- Eine eigene Seite für jede Leistung, mit der du tatsächlich Geld verdienst.
- Eine Seite, die am Handy lesbar ist und schnell lädt.
Das ist die Liste. Der Rest ist Kür, und ein guter Teil davon ist Verkaufsgespräch.
Sprich die Sprache deiner Kunden
Google sucht Übereinstimmung. Wenn jemand „Heizung Notdienst Kassel" eintippt und auf deiner Seite steht „ganzheitliche Wärmelösungen für Ihr Zuhause", passt nichts zusammen. Nicht weil die Technik zu dumm wäre, sondern weil du eine andere Sprache sprichst als die Leute, die dich brauchen.
Die Übung dafür kostet nichts. Denk an die letzten zehn Anrufe: Wie haben die Leute gesagt, was sie wollen? „Meine Therme macht komische Geräusche." „Habt ihr samstags auf?" „Macht ihr auch Altbau?" Das sind deine Wörter. Schreib sie so auf die Seite, wie sie am Telefon fallen, und streich jedes Wort, das du im Gespräch nie benutzen würdest. Wie das im Ganzen aussieht, steht in unserem Beitrag über Website-Texte, die deine Kunden überzeugen.
Für jede wichtige Leistung eine eigene Seite
Sehr viele kleine Websites bestehen aus einer Startseite, auf der alles steht: zwölf Leistungen als Aufzählung, die Telefonnummer, ein Teamfoto. Für Google ist das eine Seite über nichts Bestimmtes. Für einen Kunden, der sein Bad sanieren lassen will, auch.
Nimm die zwei oder drei Leistungen, mit denen du dein Geld verdienst, und gib jeder eine eigene Seite. Was genau du machst, für wen, in welchem Gebiet, wie ein typischer Auftrag abläuft. Du musst nicht alles abbilden, was du kannst. Drei ordentliche Seiten schlagen zwölf Stichpunkte.
Jede Seite braucht außerdem einen eigenen Seitentitel: den Text, der im Browser-Tab steht und den Google für die Überschrift im Suchergebnis heranzieht. Fest verlassen kannst du dich darauf nicht, Google formuliert Titel auch mal um. Dein Vorschlag ist es trotzdem, und deshalb sollte er etwas taugen: „Bad sanieren in Kassel – Muster Sanitär" ist ein Titel. „Leistungen" ist keiner.
Dein Google-Profil zieht mehr als deine Website
Bei örtlichen Suchen zeigt Google gern zuerst eine Karte mit Einträgen. Diese Einträge kommen nicht von deiner Website, sondern von deinem Unternehmensprofil. Wenn du zwischen „Website schöner machen" und „Profil vollständig ausfüllen" wählen musst, nimm das Profil. Es kostet nichts und wirkt meistens schneller.
Vollständig heißt: die passende Kategorie, Adresse und Telefonnummer genau so geschrieben wie auf deiner Website, echte Öffnungszeiten, ein paar Fotos, die nach deinem Betrieb aussehen und nicht nach Bildagentur. Wie du das Schritt für Schritt angehst, steht in bei Google in der eigenen Stadt gefunden werden.
Technik und der ganze Rest, den du ignorieren darfst
Die technische Seite ist kürzer, als du denkst: lesbar am Handy ohne Zoomen, schnell genug, dass niemand wartet, und pro Seite eine Überschrift und ein Titel, die zum Inhalt passen. Das war's im Kern. Warum Tempo dabei so viel ausmacht, haben wir separat aufgeschrieben.
Und das darfst du getrost liegen lassen:
- Anrufe von Agenturen, die dir Platz 1 garantieren. Niemand kann das garantieren.
- Meta-Keywords. Ein Relikt.
- Ein bestimmter Prozentsatz an Suchwörtern im Text. Text, in den ein Wort hineingequetscht wurde, liest sich schlecht, und schlechter Text verkauft nichts.
- Gekaufte Links.
- Jede Woche ein Blogbeitrag, nur damit etwas passiert. Wenn du nichts zu sagen hast, lass es. Eine gute Leistungsseite bringt mehr als zwanzig belanglose Texte.
- Reports, die dir hunderte „Fehler" auflisten. Die meisten davon merkt kein Kunde.
Wenn du diese Woche 30 Minuten hast, mach das:
- Öffne ein privates Browserfenster und such nach dem, was ein Kunde suchen würde: „Elektriker Hofgeismar", „Café Frühstück Kassel". Schau, wer oben steht, und lies dir an, warum.
- Lies deine Startseite laut vor. Steht im ersten Satz, was du machst und wo? Wenn nicht, schreib den Satz neu.
- Klick durch deine eigenen Seiten und schau in die Browser-Tabs. Steht überall dasselbe? Dann gib jeder Seite einen eigenen Titel.
- Öffne dein Google-Profil und füll aus, was leer ist.
Das ist SEO für einen kleinen Betrieb. Kein Abo nötig. Und falls dir dabei auffällt, dass deine Website die Grundlagen technisch gar nicht hergibt, also keine eigenen Seitentitel, kein Platz für einzelne Leistungsseiten: Bei Foliovo kannst du dir eine schlichte, saubere Seite bauen lassen, auf der das von Anfang an stimmt. Nötig ist das nicht. Der größte Hebel bleibt dein Google-Profil, und der kostet dich keinen Cent.


