Warum eine schnelle Website mehr Kunden bringt
Deine Seite ist wahrscheinlich langsamer, als du denkst — und schuld ist fast immer dasselbe. Der Test dafür dauert eine Minute.

Wenn deine Website langsam ist, liegt es meistens nicht an deinem Hoster, nicht an deinem Baukasten und auch nicht am Handytarif deines Besuchers. Es sind die Fotos. Wenn du heute Abend eine Sache machst, dann diese: Schau nach, wie groß deine Bilder wirklich sind.
Warum eine schnelle Website mehr Kunden bringt, ist im Kern banal: Jemand sucht abends auf dem Sofa nach einem Elektriker, tippt drauf, wartet — und tippt dann auf den nächsten. Er hat dich nicht abgelehnt. Er hat dich nie gesehen. Das passiert lautlos, du merkst nichts davon, und es passiert genau in dem Moment, in dem jemand kaufbereit ist.
Die Fotos sind fast immer das Problem
Dein Handy macht Fotos, die für Poster gedacht sind — mehrere Megabyte, ein paar tausend Pixel breit. Auf deiner Website wird so ein Bild dann auf Handygröße verkleinert angezeigt. Der Besucher lädt aber trotzdem die volle Datei. Er zahlt für Qualität, die er nie sieht.
Der Test dauert eine Minute: Öffne den Ordner, aus dem du die Bilder hochgeladen hast, und lass dir die Dateigrößen anzeigen. Wenn dort Werte im Megabyte-Bereich stehen, hast du die Ursache gefunden.
Was du tun kannst:
- Bilder vor dem Hochladen verkleinern. Für ein normales Foto im Text einer Website reicht eine Breite von ungefähr 1600 Pixeln aus.
- Als JPEG speichern, nicht als PNG. PNG ist für Logos und Grafiken mit klaren Kanten, nicht für Fotos.
- Wenn dein System es anbietet: WebP verwenden. Kaum ein sichtbarer Unterschied, deutlich kleinere Datei.
- Kein Bild hochladen, das du nicht wirklich brauchst. Das schnellste Foto ist das, das gar nicht da ist.
Kostenlose Tools gibt es dafür genug — Squoosh zum Beispiel läuft direkt im Browser, ohne Anmeldung. Manche Website-Systeme verkleinern hochgeladene Bilder auch von selbst. Ob deins dazugehört, weißt du erst, wenn du nachgemessen hast; darauf verlassen würde ich mich vorher nicht. Wenn du gerade dabei bist, deine Bilder zu sortieren: Wir haben aufgeschrieben, wie du gute Fotos ohne Fotograf hinbekommst — gute Fotos und kleine Dateien schließen sich nicht aus.
Miss es, bevor du etwas änderst
Rate nicht. Deine Seite fühlt sich für dich schnell an, weil dein Browser sie längst gespeichert hat. Für einen fremden Besucher ist das anders.
Zwei ehrliche Tests:
Der Handy-Test. Nimm dein Handy, schalte WLAN aus, öffne deine Website im privaten Modus. Zähl die Sekunden mit. So erleben dich echte Kunden — auf dem Parkplatz, im Auto, mit schlechtem Empfang, einhändig.
Der Tool-Test. Google stellt mit PageSpeed Insights ein kostenloses Tool bereit, das deine Seite analysiert und dir sagt, was bremst. Die Zahl oben ist weniger interessant als die Liste darunter. Meistens steht dort etwas über Bilder.
Miss vorher, ändere eine Sache, miss nachher. So weißt du, ob es etwas gebracht hat, statt zu hoffen.
Was du sonst noch rauswerfen kannst
Nach den Bildern kommt der Rest, und der Rest ist meistens: Dinge, die irgendwann jemand eingebaut hat und die keiner mehr braucht.
- Eingebettete Videos auf der Startseite. Ein Video-Player lädt seinen eigenen Berg an Code mit, bevor dein Besucher überhaupt auf "Play" gedrückt hat. Wenn das Video nicht der Grund ist, warum jemand kommt: runter von der Startseite.
- Karten, Feeds, Chat-Widgets, Bewertungs-Karussells. Jedes eingebundene Fremd-Element ist eine zusätzliche Verbindung zum Server einer anderen Firma. Frag dich bei jedem: Hat das in den letzten sechs Monaten irgendetwas gebracht?
- Schriftarten. Zwei Schriften reichen. Meistens reicht eine.
- Alte Plugins. Wenn du ein System mit Erweiterungen nutzt: Was du nicht benutzt, deaktivierst du nicht — das löschst du.
Der Grundgedanke ist immer derselbe: weniger Teile, weniger Wartezeit. Am Ende landet man da, wo wir schon einmal gelandet sind, als wir aufgeschrieben haben, was eine gute Firmen-Website wirklich braucht — nämlich bei erstaunlich wenig.
Schnell heißt nicht nur "lädt fix"
Für deinen Besucher bedeutet schnell: Ich bekomme sofort, was ich wollte. Eine Seite, die in einer Sekunde lädt, aber deine Telefonnummer in der Fußzeile versteckt, ist für ihn langsam.
Deshalb gehört ganz nach oben auf deine Startseite: was du machst, wo du bist und wie man dich erreicht. Ohne Scrollen. Wie du das sauber hinbekommst, steht in unserem Beitrag über Öffnungszeiten und Kontakt, die Kunden bringen.
Und ja, Geschwindigkeit spielt auch bei Google eine Rolle — aber das ist der kleinere Grund. Der größere sitzt gerade auf dem Sofa und hat den Daumen über dem Zurück-Button.
Was du diese Woche machst
Setz dir 30 Minuten in den Kalender und mach der Reihe nach:
- Handy-Test ohne WLAN. Zähl die Sekunden mit.
- Deine Startseite durch PageSpeed Insights schicken. Lies die Liste, nicht die Zahl.
- Die drei größten Bilder auf deiner Startseite neu hochladen — auf 1600 Pixel Breite verkleinert, als JPEG.
- Nochmal messen.
In den meisten Fällen war es das schon. Wenn deine Seite danach immer noch zäh ist und du an einem System hängst, das dir ständig im Weg steht, kann ein Neuanfang auf einer schlichten Basis sinnvoll sein — so etwas kannst du dir bei Foliovo bauen. Nötig ist das aber in den seltensten Fällen. Meistens sind es wirklich nur die Fotos.


