Was eine gute Firmen-Website wirklich braucht
Fünf Grundlagen entscheiden, ob sich jemand bei dir meldet – und die schicke Slideshow ganz oben gehört garantiert nicht dazu.

Eine gute Firmen-Website braucht viel weniger, als dir die meisten Leute erzählen. Sie muss auf den ersten Blick klarmachen, wer du bist, was du machst und wo du bist. Sie muss eine Telefonnummer zeigen, die man am Handy antippen kann. Und sie muss ein Impressum haben. Alles andere ist Kür.
Trotzdem sehe ich ständig Seiten von Handwerksbetrieben, Cafés und Praxen mit einer schicken Slideshow ganz oben – und nirgendwo eine Öffnungszeit. Da hat jemand in der falschen Reihenfolge gearbeitet: erst die Kür, und die Pflicht dann irgendwann später.
Das Pflichtprogramm einer guten Firmen-Website
Fang hier an. Wenn diese fünf Dinge sauber da sind, funktioniert deine Seite besser als die meisten in deiner Stadt.
- Ein Satz ganz oben, der sagt, was du machst und wo. Nicht "Willkommen auf unserer Homepage". Sondern: "Elektroinstallation für Kassel und Umgebung – seit 2009." Jemand, der nichts über dich weiß, muss nach diesem einen Satz wissen, ob er bei dir richtig ist.
- Deine Leistungen, einzeln benannt. "Wir machen alles rund ums Haus" hilft niemandem. "Bäder, Heizung, Notdienst" schon.
- Kontakt, der funktioniert. Telefonnummer als anklickbarer Link, Adresse, E-Mail. Auf jeder Seite erreichbar, nicht nur versteckt unter "Kontakt".
- Öffnungszeiten oder Erreichbarkeit. Auch wenn du kein Ladengeschäft hast: "Rückruf meist am selben Tag" ist besser als Schweigen.
- Impressum und Datenschutzerklärung. Nicht optional in Deutschland.
Das ist der Kern. Wenn du heute Abend nur das hinkriegst, ist der Abend gut genutzt.
Der Satz ganz oben ist die halbe Miete
Die meisten Besucher entscheiden ohne zu scrollen, ob sie bleiben. Und sie sind fast nie in Stöberlaune – sie haben ein Problem und suchen jemanden, der es löst.
Ein Test, den du sofort machen kannst: Zeig jemandem, der deinen Betrieb nicht kennt, nur den oberen Teil deiner Startseite. Frag danach: "Was machen die, und wo?" Wenn die Person zögert, ist der Satz zu vage.
Häufige Fehler: eine Überschrift, die nur den Firmennamen zeigt. Ein Slogan, der nach nichts klingt ("Qualität, die verbindet"). Oder ein Foto mit Text drauf, der auf dem Handy nicht lesbar ist. Wenn du beim Formulieren hängst, hilft dir unser Beitrag zu Website-Texten, die deine Kunden überzeugen weiter.
Kontakt: der Teil, den fast alle verbocken
Deine Seite hat genau einen Job: dass jemand sich meldet. Und was die Leute davon abhält, ist meistens schlichte Reibung. Eine Nummer zum Abtippen. Eine Adresse, die man erst suchen muss.
Konkret:
- Ein Tipp auf die Telefonnummer muss den Anruf starten. Niemand sollte Ziffern abtippen müssen.
- Die Adresse gehört in die Fußzeile jeder Seite, nicht nur ins Impressum.
- Ein Kontaktformular ist nett, ersetzt aber keine Nummer. Viele Leute rufen lieber an, gerade bei dringenden Sachen.
- Wenn du Öffnungszeiten hast: hinschreiben. Auch abweichende Zeiten an Feiertagen.
Das klingt banal, entscheidet aber darüber, ob deine Website Anrufe bringt oder nur existiert. Mehr dazu in Öffnungszeiten und Kontakt, die Kunden bringen.
Was du getrost weglassen kannst
Genauso wichtig wie die Liste oben ist die Liste, die du dir sparst:
- Die Slideshow ganz oben. Kostet Ladezeit, klickt fast niemand durch. Ein gutes Foto reicht.
- Eine lange "Über uns"-Geschichte auf der Startseite. Zwei, drei ehrliche Sätze sind mehr wert als eine Firmenchronik. Wer mehr wissen will, klickt weiter.
- Ein Blog, den du nicht pflegst. Ein Beitrag von vor fünf Jahren wirkt schlimmer als gar kein Blog.
- Tracking-Tools, in die du nie reinschaust. Jedes Skript kostet Ladezeit und zieht oft auch noch eine Einwilligung nach sich. Wenn du die Zahlen ohnehin nicht liest, sammle sie gar nicht erst – und was für deine Seite konkret gilt, lässt du im Zweifel einmal fachlich prüfen.
- Stockfotos von Menschen in Anzügen. Ein Handyfoto von deinem echten Team schlägt das um Längen. Wie das geht, steht in gute Fotos für deine Website ohne Fotograf.
Handy zuerst, dann alles andere
Die meisten deiner Besucher kommen mit dem Handy – abends auf dem Sofa, unterwegs, in der Werkstatt. Wenn deine Seite dort nicht funktioniert, ist der Rest egal.
Nimm dein eigenes Telefon, ruf deine Seite auf, und mach die drei Dinge, die ein Kunde machen würde: lesen, was du anbietest. Auf die Nummer tippen. Die Adresse finden. Wenn du dabei zoomen, suchen oder raten musst, hast du deine Aufgabe für diese Woche.
Beim Impressum nicht improvisieren
In Deutschland brauchst du ein Impressum und eine Datenschutzerklärung. Daran führt kein Weg vorbei. Die grobe Form ist überschaubar: wer du bist, wie man dich erreicht, und was auf deiner Seite mit Daten passiert.
Was genau bei dir reingehört, hängt von deiner Rechtsform und deinem Angebot ab. Die Merkblätter der IHK oder deiner Innung geben dir eine erste Orientierung. Wenn du es für deinen Betrieb genau wissen willst, fragst du einen Anwalt – nur dort bekommst du eine Einschätzung, die wirklich auf deinen Fall passt. Einen verständlichen Überblick gibt dir Impressum und Datenschutz ohne Juristendeutsch.
Was du diese Woche machen kannst
Nimm dir 30 Minuten und geh deine Startseite am Handy durch:
- Steht in den ersten drei Zeilen, was du machst und wo? Wenn nein: umschreiben.
- Startet ein Tipp auf die Telefonnummer den Anruf? Wenn nein: das zuerst reparieren.
- Stehen deine Leistungen einzeln da, mit den Wörtern, die deine Kunden benutzen?
- Sind Impressum und Datenschutz da und aktuell?
Vier Punkte, ein Abend. Und falls du dabei merkst, dass sich an deiner Seite gar nichts vernünftig ändern lässt, weil sie vor Jahren jemand gebaut hat, der nicht mehr erreichbar ist: Bei Foliovo kannst du dir eine schlichte Seite bauen, auf der genau diese Grundlagen von Anfang an richtig sitzen. Nötig ist das aber nicht. Die vier Punkte oben sind das, was zählt – egal, womit deine Seite gebaut ist.


